Ulrichs Blog

einfache Gedanken zum täglichen Irrsinn

Kapitulation vor den Tatsachen

Zweiklassenmedizin ist bäääh! Das ist ja scheinbar Konsens, soweit ich verstanden habe.
Nun einmal abgesehen davon, dass unser Gesundheitssystem sicherlich weit davon entfernt ist, so schlecht zu sein, wie es voraussichtlich in 10 Jahren sein wird, und noch weiter davon entfernt ist, sich mit jenen Systemen der anderen Länder vergleichen lassen zu müssen (Siehe Depp-atte in den USA), empfinde ich die SChlagzeilenpolitik bezüglich der so bösen Zweiklassenmedizin absurd. Natürlich ist es eine Frechheit, wenn man frühere OP-Termine kaufen kann, freilich ist die Optik schief, wenn Chirurgen und Orthopäden nach der OP ein Kouvert mit mehreren 500.- Euronen in die Jackentasche stecken, aber mit reinen Schlagzeilen in den Massenblättern wird man hier nicht gegensteuern können.
Vielleicht gibts ja auch was Gutes daran, wenn Privatpraxen aus dem Boden schiessen und dann a la long auch Kassenleistungen erbringen können. Ein sehr nettes und positives Beispiel ist hier sicher die „Sportordination“ im 9. Wiener Bezirk. Die Leistung ist die von Privatärzten, ebenso das Ambiente und die Freundlichkeit der meisten Ärzte und Mitarbeiter. Manche Leistungen kann man hier auch über die Kasse abrechnen, andere wiederum muß man privat löhnen. Keine, es wäre schön, wenn alles über die Beiträge gezahlt werden könnte, doch hier ist die Leistung auch das Geld wert!
Doch ist dies halt nicht überall so.

Ein anderes Beispiel:
Wenn in einem Röntgenambulatorium ein MRT Termin ausgemacht wird, dies innerhalt von 1 Tag möglich ist und so rein überhaupt keine bürokratische Hürde im Weg liegt, so ist dies optimal.
Wenn die Erklärung dafür aber ist, dass eine Gemeinschaftspraxis schlicht ein Kontingent erkauft hat, um dieses Angebot an ihre Kunden weiter zu leiten, so fehlen diese Termine dann den „normalen“ Kassenpatienten. Die dürfen dann warten. Weil sie sich  die 100.- für die Privatärtze nicht leisten können, nicht leisten wollen oder einfach nicht um die Kooperation wissen.
Hier schwanke ich, ob ich als Nutznießer des Privat-Luxus-Kontingentes mir still und heimlich die Hände reibe, oder ein wenig die Sozialgerechtigkeit bemühe und wegen Missständen aufmotze.

Ich bin ein wenig unschlüssig.

Sagen wir so, ich mach es Wienerisch. Erst geh ich hin, dann werden die Bilder eh falsch interpretiert (es ist also mehr oder weniger den „Hugo“) und danach… Reg ich mich über das ungerechte System auf.

Ist das wienerisch, oder. .. Nein eigentlich katholisch… Erst sündigen, dann beichten und schon ist man wieder ein Heiliger 😀

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 6, 2012 von in Uncategorized und getaggt mit , .
%d Bloggern gefällt das: