Ulrichs Blog

einfache Gedanken zum täglichen Irrsinn

Fortsetzung der „wiener Freundlichkeit“

Schade, ich hätt ja so gehofft, dass mein Artikel „ich bin ja nicht betroffen“ ein Ausreisser bleibt. Doch.. Nein. Jetzt war ich wieder Zeuge einer entsprechenden Aussage.

Wir gehen kürzlich bei einer U-Bahn Station die Stiegen rauf, freuen uns noch über den Sportsgeist der Burschen, die so weit mehr Energie zu haben scheinen, als wir, nach einer langen Zugsfahrt, als einer zum anderen  meint:
Du rennst ja, als wenn Du von einem Juden verfolgt wirst“

 

Nachdem ich da nicht still bleiben wollte und auch keinen drohenden Zeigefinger wollte, sondern schlicht meine Betroffenheit ausdrücken wollte, entfuhr mir ein

„Keine Angst, ich verfolg Euch schon nicht“.

Keine Ahnung, ob ich dies von mir behaupten darf, doch eigentlich war mir das in diesem Moment egal. Ich konnt einfach nicht still bleiben und die beiden waren zumindest einmal in den folgenden Sekunden still.

Das schlimme dran war ja in meinen Augen nicht, dass sie zwar nicht bösartig anderen gegenüber waren, sondern viel mehr bereits den Alltagsantisemitismus in ihren Worten lag. Es ist nicht einmal bös gemeint, sondern nur lustig. Soweit sind wir wieder gekommen. Und nein, das mag ich halt nicht.

Dazu ein Lied

 

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2 Kommentare zu “Fortsetzung der „wiener Freundlichkeit“

  1. Ellen
    Oktober 24, 2012

    Es ist wirklich unangenehm, wenn mit „Alltagsrassismus“ derart sorglos umgegangen wird. Das Schlimme ist…selbst, wenn man die Menschen direkt (oder wie Du) eher indirekt darauf anspricht, sie begreifen es häufig nicht mal.
    Dann hörst Du vielleicht noch ein erstauntes:“Iiiich? Ach Schmarrn, das ist doch nur so ein Spruch, ich bin doch kein (Sozial)Rassist/Antisemit o.Ä.“
    Diese Unachtsamkeit -auch in der Sprache- ist ein typisches Zeichen des (egoistischen) Zeitgeistes

    lG
    Ellen

    • ulrichsblog
      Oktober 24, 2012

      Mir geht und ging es nicht um Verurteilungen sondern um den versuch, Leute zum denken anzuregen. Wer bin ich, dass ich moralisiere? Ich denk mir nur meinen Teil und das ein wenig laut. Sagen wir: Freiheit das heißt keine angst zu haben vor nix und neamands

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 21, 2012 von in Uncategorized.
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