Ulrichs Blog

einfache Gedanken zum täglichen Irrsinn

Wenn Watzlawick auf Wolf trifft

In der letzten Wochenendausgabe des Standard war eine Kolumne aus der Feder des Armin Wolf zu lesen. Herr Wolf zählt sicherlich zu den herausragenden Köpfen und Kritikern unserer Tage in Österreich.

Ein Allzeitgenie ist auf der anderen seite sicher auch Paul Watzlawick, der Kommunikationswissenschaftler, welcher in weiterer Folge nach Kalifornien auswanderte und dort ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Bücher verfasste, die auch heute noch zum Grundstock der Literatur aller Kollegen gehören, die sich mit Kommunikation beschäftigen.

Eben dieser Watzlawick stellte dereinst die Aussage in den Raum, man könne nicht „nicht kommunizieren“. Will heißen, eine jede Handlung, eine jede Regung ist bereits Kommunikation, jeder Blick, jede Gestik und sei es auch nur jene Mimik, die der Gesprächspartner unterbewußt erwartet und die nun nicht erfolgt.

All das sagt etwas über das Verhältnis zweier Kommunikationspartner aus. Nicht nur die gesprochenen Worte, sondern viel viel mehr.

Armin Wolf nun bloggt und twittert bekanntermaßen und hält die Welt so am Laufen(den). Gut so, denn die hard facts der news können ja auch ohne zu persönliches Beiwerk transportiert werden. Er setzt sich aber auch mit dem Phänomen der Social Media, insbesondere Facebook und Twitter auseinander. Sinngemäß kommt er meiner Erinnerung nach zum Ergebnis: Kommuniziert wird immer, die Plattform dafür ist nebensächlich.

Nun, wenn beide Recht haben und wirklich immer kommuniziert wird, gibt dies zu denken.

Grad wenn meine Frau und ich nach einem längeren Wochenende aus Kärnten zurückkommen, wo es noch zum guten Ton gehört, den anderen wenigstens mit einem freundlichen Nicken wahrgenommen zu haben. Stehen wir dann auf der Rolltreppe einer Wiener U-Bahnstation, so fällt auf, dass sich die Leute durch Augenkontakt richtiggehend gestört fühlen. Jeder will seinen Platz alleine für sich, nimmt den anderen als Konkurrenz um das knappe Gut „Platz“ wahr.

All das strahlt die Stadt aus, diesen permanenten Kampf um knappe Güter wie Parkplätze, Sitzgelegenheiten, Zeit. Schade, es wäre so einfach, die Kommunikation auch für positives zu nutzen, beispielsweise die Vernetzung der Möglichkeiten. Treffen Millionen Menschen aufeinander, so sollten sich fast unendlich viele Synergien ergeben können. So aber bieten sich nur permanente Grenz- und Ressourcenkonflikte.

Schad drum, schade um die Möglichkeiten

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Oktober 22, 2012 von in Uncategorized und getaggt mit , , , , , .
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