Ulrichs Blog

einfache Gedanken zum täglichen Irrsinn

Erinnerung ans Tauchen

Zugegeben, ich wollte wieder was schreiben…, aber ein unter orf.at publizierter Artikel hat es mir auch wirklich leicht gemacht.

Wenn als Aufmacher der HILFERUF DER KORALLEN gewählt wird, so erinnere ich mich sehr gerne an diverse Tauchgänge, die ich früher anläßlich meiner Reisen gemacht habe. Beispielsweise die „Belohnung“ nach der Sponsion, eine Woche auf einem Tauchschiff im südlichen Roten Meer. Ein Wahnsinn war das damals. Ich weiß ja gar nicht mehr, wie viele Tauchgänge wir in diesen Tagen gemacht haben, schätzomativ 3 pro Tag. Einen in der Früh, dann Tagsüber und dann noch einen Nightdive, der natürlich besonders abenteuerlich war.

Die Korallenberge im Roten Meer sind für einen Taucher ja da absolute NonPlusUltra (sieht man wahrscheinlich von der Fauna in südlichen Gefilden ab, wo green Turtles mit Haien und Papageientauchern um die Wette schwimmen). Ich habe diese Gebilde damals mit einem Gemeindebau in Wien verglichen, nur eben unter Wasser. Unzählbar viele Öffnungen laden gleich Wohnungstüren dazu ein, die Höhlen zu betreten, der Respekt vor den Bewohnern verbietet es gleichzeitig 😉

Wahrscheinlich kann man sich einen solchen Tauchgang wirklich am besten vorstellen, wenn man sich in Wien vor ein 10 Stöckiges Wohnhaus stellt und gedanklich schwerelos an der Fassade entlang gleitet, schwerelos mit den Vögeln (die in dieser Fantasie die Fische repräsentieren) schwebt.

Ja, Tauchen war faszinierend, auch als ich bei einem meiner allerersten Tauchgänge mich einfach einmal in 20 Metern Tiefe schlicht nur in den Sand legte und diese unglaubliche Stille genoss. 20 Meter Wasser zwischen mir und dem Lärm, 20 Tonnen Isoliermaterial. Wenn mir heute noch hie und da so manches zu viel wird, erinnere ich mich an dieses Gefühl. Und werde still.

Der Haken ist halt nur, dass wir Taucher durchaus auch am Korallensterben einen großen Anteil haben. Wir fliegen unter gigantischem Kerosinausstoß auf die Malediven, zum Roten Meer oder auf die Seychellen, verstören durch unsere Anwesenheit die Heimat der Fische und versäuern durch unsere Luft auch noch zusätzlich das Wasser. Wir sind Eindringlinge in eine Welt, die uns aber ohne unser Eindringen gänzlich verborgen bliebe. Vielleicht wäre eine Lösung ein zeitlich begrenzter Tauchstopp für manche Gebiete, um auf die Selbstheilungskraft des Meeres zu hoffen. Aber… da gibts halt noch die Interessen der Wirtschaft und des Tourismus…

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am November 9, 2012 von in Uncategorized und getaggt mit , , .
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