Ulrichs Blog

einfache Gedanken zum täglichen Irrsinn

Der Verantwortung Schuld..

 

 

Die Gesellschaft ist schuld, das System, die Erziehung, der Nachbar, der Arbeitgeber, der Partner. Ja, die eigene Misere ist in der Regel fremdverschuldet, sonst ginge es mir ja besser. Doch leider gibt es da die anderen. Wie sagte schon Jean Paul Sarte: L‘ Enfer c’est les autres („Die Hölle, das sind die anderen“)

Wow, was für eine Macht wird diesen anderen, dieser amorphen ungreifbaren Menschenmenge gegeben, wenn sie derart massiv in das Schicksal des Einzelnen eingreifen können. Aber.. haben sie diese wirklich? Vor allem, haben sie diese Macht automatisch, quasi naturgesetzmäßig?

Nein, die Macht über das Schicksal des Einzelnen wird ihm vom Individuum überantwortet. Erst die Unterschrift unter die Vollmacht entmündigt den Besachwalterten, ebenso wie die Selbstaufgabe der Umgebung die Macht verleiht, über das Leben eines Menschen zu bestimmen. Freilich, das Schicksal geht oft absurde, scheinbar ungerechte Pfade. Ungerecht gemessen an unserer persönlichen Sichtweise. Eine andere Perspektive als die subjektive bleibt uns klarerweise verborgen, schließlich wollen wir uns ja doch als Subjekt und nicht als Objekt unserer Welt stellen. Und schon haben wir aber einen Ansatzpunkt für eine weitergehende Überlegung. Habe ich die Möglichkeit als Hauptdarsteller, vielleicht sogar als Autor, Produzent und Regisseur in meinem Lebensfilm zu agieren, dann übernehme ich auch die Verantwortung für mein Handeln. Ich kann die Wege meines Gehens bestimmen, entscheide mich für meine Kleidung und mein Tempo.

Nicht das Wetter, nicht den Wind kann ich beherrschen, jedoch meine Kleidung und meine Sichtweise. Delegiere ich die Verantwortung, so kann ich sie anderen als „Schuld“ bezeichnet umhängen. Andere sind im Sprachgebrauch selten für etwas verantwortlich, sondern eher schuld. Ich selber trage (am besten noch schwer) an der Verantwortung.

Tauschen wir die Begriffe einmal aus.

Ich übernehme doch gerne Verantwortung für mein Leben. Doch trage ich dann auch die Verantwortung für das Scheitern eines Vorhabens. Ich habe die Möglichkeit daran zu arbeiten und mich dann am Ergebnis zu freuen. Dieses schulde ich mir doch eigentlich. Nur wenn ich auch diese Chance ergreife, meine persönlichen Ziele umzusetzen, kann ich meine Welt auch meinen Vorstellungen nach gestalten. Ansonsten bin ich Passagier in einer hinteren Reihe, niemals aber Fahrer. Daran bin ich dann selber schuld. Und selber Verantwortlich.

Nein, ich will weder Schuld noch Verantwortung für wesentliche Entscheidungen an andere delegieren. Jene Entscheidungen, die das Schicksal in meine Hand gelegt hat gebe ich nicht so schnell wieder her. Denn ich will sie wachsen sehen, will sie selber gießen und pflegen. Das bin ich ihnen schuldig.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 15, 2014 von in Gedanken.
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