Ulrichs Blog

einfache Gedanken zum täglichen Irrsinn

Gedanken zur „Goldenen Regel“

Gedanken zur „Goldenen Regel“

„Was du nicht willst, dass man Dir tu´ , das fügt auch keinem andern zu“ lautet eine von vielen Ausformulierungen der „Goldenen Regel“, die wie im Artikel „Zur goldenen Regel“ in der Ausgabe 43 des „Brennstoff“ ausgeführt, in den unterschiedlichsten Kulturen und Zeitepisoden der Welt immer und immer wieder auftaucht. Scheinbar wirkt sie wie eine humanitäre Konstante über die Jahrhunderte. So zumindest der Tenor des Artikels.

Wenn man eine Reihe der Zitate aus den diversen Religionen vergleicht, so fällt die Formulierung auf:

Wenn Konfuzius meinte: „was du selbst nicht wünscht, das tue auch anderen nicht an“, die Hindus in einer Grundlagenschrift lesen: „Man soll niemals einem anderen antun, was man für das eigene Selbst als verletzend betrachtet“. Buddha wiederum soll gemeint haben: “ Was da für mich eine unliebe und unangenehme Sache ist, wie könnte ich das einem anderen aufladen?“. Auch im Islam findet man den Vers „Keiner ist gläubig, solange er nicht für seinen Bruder wünscht, wer er für sich selbst wünscht“. Kant schließt diesen Reigen dann mit seinem theoretischen Konjunktiv kategorischen Imperativ: “ Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das für auch keinem ander´n zu“.

All diesen sicherlich weisen und auch nachvollziehbaren Lebensweisheiten ist neben dem Inhalt auch die negative Formulierung gemeinsam. Wie schon einmal in einem anderen Text ausgeführt, so funktioniert das Wörtchen NEIN und jede damit zusammenhängende negative Formulierung im Hirn nicht wirklich gut und bewirkt so eher eine Affirmation dessen, das eigentlich abgelehnt werden soll.

Rein in der jüdisch-christlichen Tradition findet man eine andere Formulierung. So meint die Tora: „Der Fremde, der sich bei Euch aufhält, soll Euch wie ein Einheimischer gelten und Du sollst ihn lieben wie Dich selbst“ und Jesus spricht: „Alles was Ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“.

Nicht, dass die Geschichte gezeigt hätte, dass der jüdisch-christliche Ansatz den irdischen Weg so weit glücklicher oder besser hätte werden lassen, doch der Gedanke ist allemal spannend.

Warum tun wir uns denn so schwer, mit positiven Zielsetzungen? Wieso fixieren wir immer noch die eine glatte Stelle in der Kurve, welche wir eben NICHT überfahren sollen, wieso nimmt die eine Schlange all die Aufmerksamkeit von den Futterpflanzen und freien Wegen weg?<

Wenn wir durch das „DU DARFST NICHT“ aufgestachelt uns auf den Hass konzentrieren, wie kann dann die Nächstenliebe Platz in uns finden? Dabei ist es doch so einfach, keiner wird widerstehen, gehen wir positiv durchs Leben. Nicht gekünstelt und auf den eigenen Vorteil wartend, sondern viel mehr ehrlich. Der Erfolg gesellt sich dann bald als Kollateralvorteil zur Lebenseinstellung dazu.
Ver-rückter Gedanke? Kann sein, aber ist nicht gerade die „normale“ Welt ein Grund, sie etwas zurecht zu rücken?

 

 

 

 

 

 

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am September 2, 2016 von in Gedanken und getaggt mit , , , , , , , , , , .
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